Burgy Zapp Künstler & Schriftsteller
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Ordnung, G├Ąste und Ordnung

Back in Berlin, and traditionally I bring a small present of dignity with me:

Ich liebe Ordnung. Ja, ich liebe Ordnung sehr. Im Alltag habe ich leider nicht genug Zeit f├╝r Ordnung. Ich nehme es mir immer vor, aber dann ganz pl├Âtzlich kommt etwas dazwischen. Da gibt es einen Film, der ganz dringend noch gesehen werden will. Oder ein toller Gast schl├Ągt einem fast vor als Gast vorbeizukommen und pl├Âtzlich rutscht mir viel zu schnell und viel zu leicht das Wort: Ja, ├╝ber meine Lippen. Dabei hatte ich mir Ordnung so dringend vorgenommen, nat├╝rlich, um mir etwas Gutes zu tun. Schlie├člich liebe ich Ordnung.

Um mein Leben und meine Arbeit zu optimieren habe ich mir ├╝berlegt, ich k├Ânnte viel Zeit einsparen und meine Ordnung ganz aufgeben. So w├╝rde ich zum Beispiel alle frische W├Ąsche einfach auf den Boden werfen bis ich sie anziehe, dann spare ich jeden Tag durchschnittlich mehrere Sekunden, ganz zu schweigen vom Platz f├╝r den Kleiderschrank. Nach vielen Jahren ist das viel viel Zeit (e.g. for love making); und rechnet man auch die Quadratmeter f├╝r den Schrank, die ich jeden Tag spare dazu, dann gewinne ich nicht nur Quadratkilometer mehr Platz f├╝r mein Leben sondern auch viele Tage Zeit f├╝rs Leben.

Nachteilig ist nat├╝rlich der Gast, der dann auf meinen Unterhosen steht, ganz zu schweigen von der Schwierigkeit, die saubere von der schmutzigen W├Ąsche zu unterscheiden. Denn die schmutzige W├Ąsche liegt bei mir ohnehin- Gast hin oder her – vor meinem Kleiderschrank. Und damit Gast das nicht sieht, ist der Schrank begehbar und ein Vorhang davor.

Leider sehe ich, zumindest ich meine Unordnung, und das ist nicht gut, denn ich mag Ordnung, wie ich dies vielleicht bereits an anderer Stelle erw├Ąhnte. Das Problem mit der Ordnung ist, nun ja: das Leben. Dort wo meine Ordnung ist, ist alles wunderbar und dann kommt das Leben und l├Ąsst alles ├╝berall da liegen wo es gebraucht wurde oder wieder gebraucht w├╝rde oder auch nur sinnvoll aufgehoben ist. Meine addierte Lebenserfahrung gipfelt leider in der wenig beeindruckenden Erkenntnis: Dort wo Leben ist, ist keine Ordnung, und dort wo die Dinge sinnvoll aufgehoben und gelagert sind, ist Ordnung zwar vorhanden, aber nicht sichtbar.

Also habe ich einen Kompromiss geschlossen. Beim Umr├Ąumen meines Ateliers ├óÔéČÔÇť der Anlass war nicht nur ein Gast (invading: the female nation) sondern auch eine Lust an der Ordnung ├óÔéČÔÇť habe ich einen geheimen Plan gefasst und tatkr├Ąftig verwirklicht. Ich habe eine ganze Schublade, in der sehr sinnvoll eingelagerte Dinge einen ├Ąu├čerst unordentlichen Eindruck gemacht haben, ausger├Ąumt. Die Dinge musste ich nat├╝rlich irgendwohin schaffen und so habe ich ihn – den Inhalt – einfach willk├╝rlich in andere Schubladen gestopft, nach dem Motto: Nur nicht ablenken lassen vom eigentlichen Ziel; der Ordnung.

Die leere Schublade habe ich nat├╝rlich nur mit ├Ąu├čerst kultivierten Gegenst├Ąnden gef├╝llt. Das Bewerbungs- und Auswahlverfahren war sehr streng. Es wurden nur Gegenst├Ąnde und Dinge zugelassen, die besonders ordentlich aussehen und vor allem zusammen sehr ordentlich aussehen. Das war zwar nicht sehr sinnvoll, und ich habe auch nicht vor, die Schublade wirklich f├╝r etwas anderes zu benutzen als Ordnung, aber das ist in Ordnung so.

Wenn jetzt G├Ąste (invade the other nation) kommen, dann muss ich nur noch schnell durch die Wohnung laufen und die Unordnung hinter meinen Vorhang werfen. Wenn es dann erwartungsgem├Ą├č immer noch unordentlich sein sollte, oder ich einfach mal so das Bed├╝rfnis nach Ordnung haben sollte, dann ├Âffne ich meine Schublade voller Ordnung. Das freut mich sehr. Ich stehe dann oft stundenlang vor der Schublade und freue mich unheimlich ├╝ber meine Ordnung. Und in der Schublade passiert ihr auch nichts, also geht sie nie kaputt. Und wenn G├Ąste kommen, vor allem weibliche G├Ąste, die ich unglaublich beeindrucken will, dann zeige ich ihnen meine Ordnung in der geheimen Schublade. Und das beeindruckt sie sehr. Gemeinsam k├Ânnen wir dann vor meiner Ordnung stehen und uns gl├╝cklich anl├Ącheln.

Das macht mich nat├╝rlich auch als Partner total interessant, weil die M├Ądchen dann wissen: Mensch das ist ein toller Mann, der hat immer Ordnung! Und das tollste ist, die geht nie kaputt, weil sie so praktisch in der Schublade ist.├óÔéČ┼ô Kann ich ├╝brigens sehr empfehlen. Mein ordentliches Date danach war auch prompt ein Erfolg, was gr├Â├čtenteils der Ordnung zu verdanken war.

Kurz: Die Schubladenordnung ist der letzte Schrei der B├╝rgerlichkeit und der Erfolg – so als Versorger / oder Hausfrau – bei den Frauen / M├Ąnnern ist ├╝beraus garantiert; Garantie!

. BZ Blog Zeitung Eintr├Ąge zur Anthologie

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One Response to “Ordnung, G├Ąste und Ordnung”

  1. Burgy Zapp – Berlin » Blog Archive » Anthologie ab daf├╝r Says:

    […] Ordnung, G├Ąste und Ordnung (humorvoll, Text der Anthologie K├╝nstlersalon Berlin) […]

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