Burgy Zapp Künstler & Schriftsteller
Chief Digital Officer

Berlin, Ethik oder Religionsunterricht

Berlin ist tolerant, Berlin ist kulturell vielseitig. Vor ├╝ber 50 Jahren wurde der Ethikunterricht eingef├╝hrt, sehr fr├╝h. Jetzt aber wurde eine neue Debatte losgetreten. Ethik versus Religion. Eine Entscheidung steht an.

Pro Religion

Ein Argument der Pro Reli Lobbyisten (Kirchen, Katholiken, Islamisten, etc.) : Man m├╝sse frei w├Ąhlen k├Ânnen ob verpflichtenden Religionsunterricht oder Ethikunterricht. Wenn jemand also Ethik w├Ąhlt, ist der Religionsunterricht auf freiwilliger Basis als zus├Ątzliches Unterrichtspensum im Stundenplan. Anders herum kann jemand der den Religionsunterricht seiner Wahl w├Ąhlt zum Beispiel Evangelisch, Katholisch oder den Koran mit der Situation konfrontiert, dass er zus├Ątzlichen und freiwilligen Unterricht in Ethik oder einer anderen Religion nehmen kann, aber nicht muss. Welcher Sch├╝ler wird sich freiwillig ├╝ber andere Religionen informieren oder in den Ethik Unterricht gehen.

Kontrovers, das Toleranzargument der ProReli ist eine glatte L├╝ge

├ťberl├Ąsst man den Kirchen, die Tr├Ąger des Religionsunterrichts sind, die Bildungsfreiheit, dann werden sie das unterrichten was sie wollen. In der Vergangenheit haben die Kirchen ihre Auffassung von Religionen so gelehrt was sie wollten, die Folge waren unter anderem Religionskriege und Inquisition. Es ist daher offensichtlich, dass die Kirchen nicht mit umfangreicher, hinterfragenden, bzw vergleichenden Bildungsangeboten eine Basis f├╝r ein solides Grundwissen in Fragen der Ethik und Religion sorgen werden. Ohne Grundwissen keine Toleranz, das Fremde ist fremd und wird abgelehnt – siehe das sozial-psychologische Ph├Ąnomen des Fremdenhass.

(ALT: Hier werden Fanatiker von Morgen ausgebildet,) (NEU:) Sollten Sch├╝ler bereits durch ihre Eltern und ihr Umfeld zu Fanatikern erzogen worden sein, so erfahren sie im eigenen Religionsunterricht eher noch eine Best├Ątigung f├╝r ihre extreme Ansichten, als in einem pluralistischen Ethik-Unterricht. Tendenziell bleiben die Menschen eher Fanatiker, die aus eigener Sicht nur die eigene Religion kennen, nur die “Anderen” haben andere Religionen. Die Motivation eines Sch├╝lers freiwillig zus├Ątzlich Ethik zu belegen ist eher unwahrscheinlich.

Toleranz ist das Pro Ethik Argument

Wer also Toleranz will, der muss f├╝r Ethik stimmen. Hier werden den Sch├╝lern, Philosophie, unterschiedliche Religionen und Glaubensans├Ątze vermittelt. Der Sch├╝ler wird als m├╝ndige Person angesehen, die selbst entscheiden kann, woran sie glaubt. Die Bildung hingegen ist vielseitig und nicht dogmatisch, wie man dies den monotheistischen Religionen wie dem Christentum und Islamismus vorwerfen muss.

Jeder kann seinen Glauben behalten, jeder darf glauben was er will, kann in Koran-schulen gehen, kann in die Kirche zum beten gehen und um Messen zu h├Âren. Die Verantwortung f├╝r die kulturelle Bildung in Fragen der Ethik und Religion verbleibt aber beim Staat. Dieser bildet sich einem demokratischen Prozess nach aus den W├Ąhlerstimmen des Volkes. Gemeinsame Werte eines Staates werden f├╝r alle vermittelt. Einerseits ├╝ber verbindliche Gesetzte, andererseits ├╝ber weniger verbindliche Wertesysteme des Glaubens, der Philosophie und zwar im Unterricht, wo ein moderierter Diskurs stattfinden kann.

Wir haben keine Staatsreligion mehr, dass kann auch ein Problem darstellen

Seit der S├Ąkularisierung sind Religion und Staat getrennt. Seitdem wird jede Religion toleriert, seitdem sind Staat (Bildungshoheit) und Religion getrennt. Fr├╝her wurde Kultur sehr stark ├╝ber die Kirchen gelehrt und vermittelt. Heute ist das Anders. Die Menschen k├Ânnen lesen, sie lesen Zeitung, verfolgenden den ├Âffentlichen Diskurs im Fernsehen, auch wenn sie nicht lesen k├Ânnen. Alle m├╝ssen in die Schule gehen. Erg├Ąnzend finden sich in der pluralistischen humanistischen Gesellschaft Kirchen, religi├Âse Einrichtungen und Splittergruppen. Das ist durchweg positiv zu bewerten. Wir tolerieren diese, sie tragen zum Kulturgut bei, aber sie tragen das Kulturgut nicht mehr alleine.

Entsprechend ist der verbindliche Ethikunterricht, gerade in Berlin, das Mittel der Wahl, um den Kindern von fanatischen Familien zu zeigen, dass es auch andere Weltanschauungen als die ihren gibt. Das f├Ârdert Toleranz, nicht der Religionsunterricht von einem Pfarrer oder Islampriester.

Versteckte Diskriminierung durch Religion

In meinem Blogeintrag von gestern zeige ich auf, wie die Christen mit ihren Feiertagen alle Nicht-Christen in Deutschland diskriminieren: Die Christen und Ihre Feiertage, Intoleranz per se

Und so verbleibe ich mit den Worten: “Pro Ethik aber nicht gegen Religionen, diese aber sind Freizeitvergn├╝gungen, ebenso wie Astrologie und alle anderen Nicht-Wissenschaften Glaubensfragen. Gemeinsame Werte f├╝r ein Volk.” (Burgy Zapp 13.April 2009)

Share

Tags: , , , , , , , , , ,

Leave a Reply

 

Home english russion frensh spanish japanes Home Feed Kontakt Home Burgy Zapp Facebook Burgy Zapp YouTube Burgy Zapp Twitter Burgy Zapp Xing Burgy Zapp LinkedIn Burgy Zapp Google+

BZ Blog Zeitung

humor & amüsant . loose text & women

rlpTV Channel

EVE Online MoMa Documentary

press social: facebook . youtube . twitter . xing . linked in .
Gastgeber Künstlersalon Berlin
Gründer Kunst Bewegung
Begründer Werkstile
Bildbände: Alle . Impression . Abstrakt . Konzeptkunst . Architektur . Progressiv . Antik & Modern

. Verkaufte Kunstwerke
Die 7 Kunst-Theorien
Anthologie Künstlersalon
Legasthenie & andere Phänomene

SciFi Fantasy > Roman > Krieg und schwarzer Sand



Burgy Zapp : Agency & Progressive Kunst Bewegung